HOMETRAINING

Yogamatte, Kurzhanteln, Yogablock und Widerstandsband zum Hometraining

Daheim trainieren ist sinnvoll – machst du alles richtig?

Es ist toll, dass du daheim trainierst und deinen Weg gefunden hast, regelmässig etwas für dich zu tun. Das bedeutet, dass du dir im Alltag die Zeit nimmst, um gesund und fit zu bleiben. Tatsächlich ist Regelmässigkeit der grösste Erfolgsfaktor für ein sinnvolles Training, und für viele ist das zuhause leichter umzusetzen. Es ist ein guter Einstieg in einen aktiveren Alltag und passt perfekt, wenn man ein begrenztes Zeitbudget hat: kein Weg, keine Öffnungszeiten, keine Ausreden. Hometraining ist ideal, um eine Trainingsroutine aufzubauen, und die Motivation steigt, wenn man die passende App oder den richtigen Kanal gefunden hat und mit Spass dabei bleibt.

Hometraining ist deshalb ideal für stressige Phasen im Leben, als selbstbestimmtes Training im eigenen Tempo und Umfeld. Es bietet maximale Flexibilität, sowohl zeitlich als auch inhaltlich. Der Markt bietet eine riesige Auswahl an kostenlosen oder günstigen Angeboten aus der ganzen Welt sowie verschiedenste Trainingsstile. Man kann vieles einfach ausprobieren, bis man das Passende gefunden hat. Es gibt keinen Zeitdruck und keinen frustrierenden Vergleich mit anderen. All das macht das Training zuhause ideal für Anfänger, Berufstätige und Eltern, um überhaupt ins Tun zu kommen und eine passende Trainingsroutine zu etablieren.

Oft wird mit pauschalen Kategorien oder kurzen Onlinefragebogen das passende Trainingslevel bestimmt. Es ist nicht immer einfach, das eigene Trainingsniveau realistisch einzuschätzen. Häufig sind wir auch nicht am ganzen Körper auf demselben Niveau und nicht jeden Tag in der gleichen Verfassung. Die Programme von Videos und Apps sind auf ein sehr breites Publikum ausgerichtet und lassen, wenn sie professionell sind, alles weg, was online nicht gut umsetzbar ist. Sie sind nicht individuell angepasst und oft fehlt eine sinnvolle Progression. Man hat Spass am Training, fühlt sich besser und kommt scheinbar voran. Tatsächlich bleibt man jedoch oft auf dem gleichen Level stehen.

Unser Körper erlernt und beherrscht neue Bewegungen sehr schnell. Ohne neue Reize oder Herausforderungen passiert nicht mehr viel, egal wie oft man trainiert. Das ist zwar wenig effektiv, aber meist auch nicht schädlich. Anders sieht es bei falscher Ausführung, Ausweichbewegungen oder Fehlbelastungen aus. Auch wenn sie klein sind: Durch die fehlende Korrektur können sich viele kleine Fehler über längere Zeit zu grösseren Problemen entwickeln. Nebst der Gefahr, sich zu unterfordern oder zu überfordern, können so Fehlhaltungen oder falsche Bewegungsmuster zu Schmerzen oder Verletzungen führen.

Es ist für die meisten schwierig, die Qualität von Inhalten richtig einzuschätzen. Mit Onlineangeboten lässt sich viel Geld verdienen, dank moderner Möglichkeiten kann mit wenig Aufwand ein professionell wirkendes Angebot weltweit vermarktet werden. Verbindliche Qualitätsstandards oder Kontrollen gibt es kaum. Deshalb sind auch viele schwache Angebote sehr präsent und beliebt. In vielen Fällen steht der schnelle wirtschaftliche Erfolg im Vordergrund und nicht die nachhaltige Unterstützung der Nutzerinnen und Nutzer.

Häufige Risiken und typische Fehler betreffen die Übungsauswahl und die Übungsausführung. Angeborene oder erworbene Fehlstellungen sind uns oft nicht bewusst, müssen beim Training jedoch berücksichtigt werden. Eine falsche Belastung der Schultergelenke kann über die Zeit zu Schmerzen und Bewegungseinschränkungen führen. Dasselbe gilt für Knie und Fussgelenke. Fehler in der Ausführung werden ohne Korrektur oft nicht bemerkt, weil sich der Körper an das eigene Bewegungsmuster gewöhnt. Ohne gezielte Anleitung empfinden wir eine Bewegung als korrekt, obwohl wir in Wirklichkeit falsche Muskeln einsetzen oder Gelenke ungünstig belasten.

Ausweichbewegungen bleiben unbemerkt und werden zur Gewohnheit. Ungünstige oder ungeeignete Übungen für den eigenen Körperbau werden regelmässig ausgeführt, ohne dass Alternativen aufgezeigt werden. Auch eine fehlende Anpassung an Beschwerden, Einschränkungen oder Verletzungen kann bestehende Probleme verschlimmern oder neue verursachen. Damit Trainingsvideos motivierend bleiben, wird oft zu wenig Wert auf Technik gelegt und zu viel auf einfache, attraktive Bewegungsabläufe.

Die richtige Technik ist jedoch entscheidend für Fortschritt und Verletzungsprävention. Kleine Fehler wiederholen sich und verstärken sich ohne persönliches Feedback über die Zeit. Die Selbstwahrnehmung reicht oft nicht aus, um Fehler zu erkennen, weil wir unsere Bewegungen nicht objektiv von aussen sehen, sondern subjektiv wahrnehmen. Dabei täuschen uns die Rückmeldungen aus Muskeln und Gelenken häufig. Kompensationen fühlen sich richtig an, weichen aber deutlich von einer sauberen Bewegung ab, ohne dass wir es bemerken. Ohne direkte Rückmeldung fehlt die Erfahrung, um gute von weniger guter Technik zuverlässig zu unterscheiden.

Schliesslich braucht es für nachhaltige Fortschritte eine gezielte und kontinuierliche Anpassung des Trainings und nicht nur regelmässige Wiederholung. Ein individueller Trainingsplan lässt sich nicht durch einen Standardplan ersetzen, der für möglichst viele Menschen passen soll, unabhängig von Alter, Voraussetzungen und Alltag. Nur so lassen sich viele Onlineangebote überhaupt wirtschaftlich umsetzen.

Zuhause zu trainieren ist ein starker Einstieg, aber selten die ganze Lösung. Regelmässigkeit schlägt Perfektion, doch die Qualität entscheidet über den Fortschritt. Ohne Anpassung und Feedback stösst du früher oder später an Grenzen.

Mit den folgenden Tipps kannst du mehr aus deinem hometraining machen und die vorteile nutzen, ohne die Nachteile in Kauf nehmen zu müssen:

Qualität und passendes Level prüfen

  • Bitte einen ausgebildeten Trainer, sich das Angebot anzuschauen und zu beurteilen
  • Buche ein Personaltraining mit dem Ziel, deine Übungsausführung zu beurteilen und dir Feedback zu geben
  • Mit einem Functional Movement Screen kann ein Trainer dir helfen, für dich die richtigen Prioritäten zu setzen und das geeignete Training zu finden

Körper kennenlernen und Körpergefühl entwickeln

  • Ein Personaltrainer kann dir Feedback geben zu allfälligen Ausweichbewegungen, Fehlstellungen oder Dysbalancen – du lernst, beim Training zuhause darauf bewusst zu achten
  • Begleite am Anfang dein Training zu Hause mit 6-12 Personaltraining-stunden, um deine Bewegungskompetenz und dein Körpergefühl zu schulen, damit du dich selbst bewusster korrigieren kannst

Lerne die Grundübungen beherrschen

  • Gönn dir ein paar Personaltraining stunden, um die Grundübungen zu lernen – die meisten Übungen bauen darauf auf und du kannst basierend darauf auch weitere Variationen und schwierigere Varianten besser ausführen
  • Ein Personaltrainer kann dir auch individuelle Tipps geben, worauf du bei der Ausführung der unterschiedlichen Übungstypen aufgrund deines Körperbaus, möglicher Dysbalancen oder angewöhnten Ausweichbewegungen achten musst

üBERPRÜFE DEIN tRAINING REGELMÄSSIG

  • Buche 1-3x pro Quartal ein Personaltraining, um regelmässig und rechtzeitig direktes Feedback zur Übungsausführung zu erhalten, Fehler zu korrigieren und Tipps für Variationen und Progression zu bekommen

tRAINIERE VOR EINEM sPIEGEL UND FILME DICH

  • Trainiere zu Hause vor einem Spiegel, so kannst du dich selbst besser kontrollieren
  • Nimm dein Training regelmässig auf Video auf und vergleiche es mit den Trainingsvideos, du kannst auch deinen Personaltrainer bitten, Aufnahmen zu prüfen und dir auf diesem Weg Zwischen-Feedbacks zu geben

Mit diesen Tipps kannst du mehr aus deinem Training daheim herausholen, nachhaltigere Fortschritte erzielen und vor allem: Verletzungen vermeiden.

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert